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  • Zwei Deutsche in Kopenhagen – 2 Wahrnehmungen

    Af Katja Freese | 9. August 2011

    Die erste Woche der zwei neuen Berater für die neue Hamburger Dependance, temporarily delegated to Copenhagen headquarters.

    Roberts Statement:

    Die erste Woche bei meinem neuen Brötchengeber beinhaltete naturgemäß ein umfangreiches Paket an neuen Gesichtern, intensive Aufnahme neuer Informationen und überraschenden Erkenntnissen. Zusätzlich kommt hinzu, dass der erste Monat fern ab der Heimat im Headquarter von Nodes in Kopenhagen stattfindet und dass die neuen Kollegen eben nicht die kulturell bekannten deutschen Gewohnheiten aufweisen, sondern Wikingerblutes sind. Da kann schon die reine Namensübermittlung eine echte Herausforderung bedeuten, wobei mir der dänischen Sprache weniger Mächtigen dieselbige aufgrund der hervorragend Englisch sprechenden Dänen erspart bleibt.

    Nachdem uns die Deutsche Bahn gewohnt sicher und mit Showprogramm anderer Mitfahrer über die Ostsee nach Kopenhagen transportieren konnte, hat uns die dänische Vorhut in das HQ von Nodes geleitet und uns zum ersten Mal den gaaanzen Dänen ausgesetzt. 1. Eindruck: Nichts verdächtiges. Aber schon da war klar: Wachsam bleiben, Deutscher.

    In einem Interview würde jetzt die Frage gestellt werden, was ich erwartet habe und was sich bestätigt bzw. eben nicht bestätigt hatte. Die Vorurteile gegenüber des weniger steifen und informelleren Wikingers finden sich – gerade in einer Agentur für Social Media ;) – bestätigt. Darüber hinaus liegen die Unterschiede zu unseren Landesnachbarn allerdings schon sehr im Detail, was wohl auch für das Zusammenwachsen der Europäer spricht. Fazit: Den Dänen bestätigen die positiven Vorteile und haben (noch) keine schlechten Eigenschaften gezeigt.

    Die Erlebnispalette in der abgelaufenen Woche reicht von sportlichen Ausdauertests in der Ostsee, Brainstormings oder auch bis zur Agenturparty am Freitag Abend bzw. Nacht. Abseits des Agenturlebens gab und gibt es natürlich auch die Hauptstadt der Dänen zu entdecken: Nachdem der Fahrradverleiher mir Fahrrad Nummer 1 überließ und defekt  zurücknahm sowie Fahrrad 2 überließ und defekt zurücknahm, war Nummer 3 ein Traum an „deutscher“ Wertarbeit und führt mich nun zielsicher zu schier endlosen Hot Spots – ob Meerjungfrau oder lateinisches Viertel.

    Warum sind wir an Bord der dänischen Kogge mit dem Ziel Deutschland? Die Dänen hatten ja schon in recht früher Geschichte eine meisterliche Entdeckung auf dem Zuckerberg-Kontinnent abgeliefert – obgleich ihnen irgendwie der zeitlose Ruhm eines Kolumbus verwehrt blieb. Daher wird die Expertise mit dem der deutsche Markt erobert werden soll mit thysker Unterstützung angegangen – ganz unparteiisch ob des eigenen Zutuns:  Genau den richtigen Schachzug um Erfolg:). Wir dürfen gespannt sein, welche Geschichten die dänisch-deutsche Verbindung zeigen wird.

    Und Katjas Sicht:

    Einer meiner Chefs wird um halb 6 im Meeting unruhig, weil er noch an den Strand will. Mein anderer Chef geht am nächsten Tag um 18:13h (!) rum, und fragt, wer Pizza will.

    Hier will ich bleiben! :-) Agentur in Kopenhagen ist großartig.

    Es gibt kein Festnetz, es gibt kaum Stifte, kaum Papier, einen einzigen Tacker. Es gibt keine Ordnerstruktur, keine bürokratischen Listen, kaum Regeln.

    Man telefoniert nicht, man skyped. Programme werden nicht heruntergeladen, sondern online genutzt. Dokumente werden auch gleich online geschrieben.

    Die Liste für die ganzen Online-Programme ist eine ganze DINA4-Seite lang – logge ich mich irgendwo versehentlich aus, breche ich in kalten Schweiß aus: Welche von meinen 20 Login-Daten hab ich hier bloß benutzt????

    Der Fokus liegt ganz deutlich auf kreativer Arbeit – online. Alle sprudeln vor Ideen, und man wird überall mitgerissen von unglaublicher Motivation und jahrelanger Expertise. Obwohl oder gerade WEIL kaum jemand über 25 ist. Social Media Konzeption, Strategie, Apps, Mobile, Facebook Pages, Facebook Ads, technische Umsetzung, Content – es gibt augenscheinlich nichts, was diese Agentur nicht kann.

    Alle haben High End Kopfhörer auf, wodurch es im Büro für eine Agentur vergleichsweise erstaunlich ruhig ist. Beim Mittag in der Küche geht’s dann richtig ab, wenn alle fröhlich in unglaublicher Lautstärke in fließendem Deutsch, Dänisch und/oder Englisch durcheinanderschreien (meist von Tisch zu Tisch).

    Auch außerhalb der Agentur gibt es so einiges zu erleben: Selbstverständlich haben wir eine Wohnung in der Nähe der Agentur zur Verfügung gestellt bekommen, die aber auch so einige Überraschungen barg. ;-) Ich zumindest habe noch nie zuvor breiförmige Zwiebeln im Küchenschrank entdeckt oder Kippen in der Keramik-Butterdose… Naja, man kann sich seine Vormieter nun mal nicht aussuchen. :-)

    Schon ca. 12.000 Mal in meinen ersten 5 Tagen bei Nodes wurde ich mit meinem Fahrrad auf offener Straße halb tot gefahren, von den 100000000000000 Fahrradfahrern, die einen mit einem Tempo von ca. 85 km/h auf einem teilweise 90cm breiten Fahrradweg ohne Vorwarnung überholen.

    Ich hoffe, dass ich noch viele Wochen, Monate und Jahre am Leben bleiben werde – Nodes in Kopenhagen is just a blast!

    Wir freuen uns, den CPH HQ Spirit mit nach HH zu nehmen! :-)

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